Wie Wikipedia Gründer Jimmy Wales seine eigene Reputation zerstört hat

Jimmy Wales hat Wikipedia gegründet und strebt momentan mit Wikia Search nach dem heiligen Suchgral und will Google vom Thron stürzen. In diesem Artikel geht es weder um die Wikipedia Dominanz in den Google SERP, noch um die lächerliche Wikia Suche. Es geht um Jimmy Wales selbst.

Eigentlich sollte man denken, dass der Wikipedia Urvater weiß, wie man sich im Netz zu verhalten hat, und dass alle Inhalte die man publiziert dauerhaft auffindbar sind. Denn noch hielt er es für schlau eine Beziehung via Wikipedia-Artikel zu beenden und muss jetzt die Folgen einer Hetzkampagne gegen seine Person ausbaden. Was wie eine Soap Opera klingt ist harte Realität:

Wie alles begann

Im Jahr 2006 hat sich Rachel Marsden, eine kanadische Politikerin mit eigener TV Show bei Fox News, an Wales gewandt. Sie war der Meinung, ihr Eintrag bei Wikipedia sei falsch und Jimmy kam dann auch zu dem Schluss, dass der Artikel nicht dem Wikipedia Standard entspreche und hat ihn geändert.

Danach bekamen einige Wikipedia Editoren folgende Meldung von Wales:

In den letzten Wochen hat sich zwischen uns ein persönliche Beziehung entwickelt und ich habe ihr[Rachel Marsden] angeboten mich mit ihr zu treffen und sie zu ihrem Online Auftritt zu beraten. Daher besteht zur Zeit ein Interessenkonflikt, der es mir nicht möglich macht, diesen Artikel zu editieren.

Die Beratung muss sehr gründlich gewesen sein, immerhin haben die beiden ihr Hotelzimmer in Washington für 24 Stunden nicht verlassen!

Alles hat ein Ende

Nun scheint es so als hätte Wales Wikipedia genutzt um mit Marsden Schluss zu machen. In einem offiziellen Statement sagte er, dass er mit ihr „no longer involved“ sei. Anscheinend, ohne vorher mit seiner jetzt-Ex darüber gesprochen zu haben.

Die schlug zurück und versteigerte Kleidung von Wales auf eBay (angeblich sogar mit Spermaflecken). Die Auktion läuft noch bis zum 12. März und steht aktuell bei mehr als 2.000 Dollar. Dort heißt es:

Hi, my name is Rachel and my (now ex) boyfriend, Wikipedia founder Jimmy Wales, just broke up with me via an announcement on Wikipedia. It was such a classy move that I was inspired to do something equally classy myself, so I’m selling a couple of items of clothing he left behind, here in my NYC apartment, on eBay. Jimbo was supposed to come visit me in a couple of weeks and pick up some of his stuff, but obviously that won’t be happening now.

Intime Details

Außerdem hat sie auch noch private Instant Messaging Logfiles veröffentlicht, in denen der 24 Stunden Businesstripp nach Washington als 24 Stunden Sexmarathon bezeichnet wurde und Wales davon spricht, dass sein Google Killer so erfolgreich sein wird, dass er sich davon einen Jet kaufen kann (um dann mit Mardsen darin Sex zu haben).

In Deutschland sind die Auswirkungen dieses Rosenkrieges kaum zu spüren aber in den USA sehen die Google Top 10 für Jimmy Wales so aus:

Quelle: SEOmoz

In Deutschland sind bisher nur die News und Blog Suche betroffen. Für die normalen SERP ist die QDF Score wohl noch zu gering um ein höheres Ranking der neuen Berichte zu rechtfertigen. Ebenso wenig wird ein Google News Auszug eingeblendet. Aber mit Chip, Bild und SPON haben schon mehrere große Portale die Story aufgenommen.

Vom Jimbo zum Dumbo

Tja Jimmy, das hättest du lieber bleiben lassen sollen. Die Reputation ist zwar nicht irreparabel beschädigt, wird sich aber ganz bestimmt nicht gut aufs Geschäft auswirken. Hier möchte ich auch mal kurz die Debatte um überhöhte CEO Gehälter aufgreifen: Als Chef eines großen Konzerns repräsentiert man diesen in der Öffentlichkeit und wäre Wales nicht der Gründer von Wikia, hätte er vermutlich schon zurücktreten müssen. Wie kann man nur so unsensibel sein (sensibel bezieht sich auf seinen Geschäftssinn, nicht seine Emotionen) und das eigene Portal, welches oft in der Kritik steht falsche Informationen zu verbreiten oder für Meinungsmache missbraucht zu werden, als Plattform für eine private Auseinandersetzung zu nutzen? Da wundert es mich auch nicht mehr, dass Herr Wales glaubt Google bezwingen zu können.

Auf der einen Seite stehen zu unrecht beschuldigte, die ihre Online Reputation flicken müssen und auf der anderen Seite schafft es jemand wie Wales seine Reputation auch mit einer Million Google Suchtreffern zu ruinieren.

Eine Million Ergebnisse bei Google

Was lernen wir?

Eine gute Sache hat das ganze: Wales hat uns allen vor Augen geführt, dass es keine Möglichkeit gibt eine Online Reputation mit Präventionsmaßnahmen zu schützen. Eine einfache Schmutzkampagne hätte ihn nicht gekratzt aber da er selbst einen Fehler begangen hat, hackt (auf Grund seiner enormen Popularität) natürlich auch die gesamte Netzgemeinde auf ihm rum.

Und für die vertikalen Suchen Blog und News kann man sowieso keine Vorarbeit leisten, da hier nur aktuelle Inhalte zählen. Und da diese beiden Suchen auch gerne mal in die normalen SERP einfließen, darf man ihre Relevanz nicht vergessen!

Merke

  1. Geld und Ruhm schützt vor Dummheit nicht!
  2. Dank QDF und vertikalen Suchen verbreiten sich schmutzige Gerüchte unglaublich schnell via Google!

Kann man Mardsen glauben?

Eine Frage bleibt natürlich: Hat Mardsen recht mit ihrem Vorwurf?

Sie war bereits 1997 in einen Skandal verwickelt als sie und ein Kollege sich gegenseitig der sexuellen Belästigung bezichtigten und diesen Konflikt an die Öffentlichkeit getragen haben. Außerdem wurde sie 2004 für schuldig befunden ihren Exfreund belästigt zu haben.

Und auch Logfiles lassen sich fälschen.

12 thoughts on “Wie Wikipedia Gründer Jimmy Wales seine eigene Reputation zerstört hat

  1. Herr Jimmy Wales,

    Würden Sie mir bitte mit Herr GötzWerner (Eigentümer der dm Geschäfte) in Verbindung setzen oder mir mitteilen wie ich ihn erreichen kann mein Handy lautet 0176******** Ich wohne in Stuttgart 70191 Pragstr.*** .

    Ich bedanke mich in voraus für Ihr geleistete Hielfe.

  2. Naja, ob Mr. Wales so viel Reputation eingebüßt hat? Das wage ich ja zu bezweifeln! Hey, er hat im Bett zu seinem Schneckchen – scheinbar, auch für ihn gilt die Unschuldsvermutung – wildes Zeug gesagt und auf eine ziemlich feige Art und Weise schluss gemacht. Und er hatte Sex. Lange und wild. Okay. Ich denke, das würde einigen Menschen gut tun. Besonders bestimmten Politikern ;o).

  3. Möchtest du dich mit diesem Artikel für ein Praktikum bei der BILD bewerben?

    Natürlich geht es hierbei um Online Reputation, aber hey – die scheint bei Jimmy Wales doch eh schon zerstört zu sein, wenn DU schon schreibst, dass es sich bei Wikia um eine lächerliche Suche handelt.

    Sorry, aber ich zolle jemandem wie Jimmy Wales dann doch den Respekt, den er verdient hat und interessiere mich nicht im geringsten für Gerüchte, die durch eine Frau in die Welt gesetzt werden, die in der Vergangenheit anscheinend schon des öfteren bewiesen hat, dass sie nicht ganz dicht ist.

  4. Pingback: ethority blog » Reputations-Verlierer Jimmy Wales

  5. Da sieht mal wieder: Wenns um Frauen geht, kann bei Männern schon mal das Gehirn aussetzten.

    Mich würde ja viel eher mal interessieren, welches verkommene Subjekt über 2.000 Dollar für ein “beflecktes” Jimbo-T-Shirt ausgibt :-)

    Gruß Achim

  6. Bis zum letzten Absatz glaubte ich an die Dummheit von Jimmy, aber wenn die Tussi schon mehrfach ähnliche Dinge durchlebt hat, dann möchte man (ich) glauben, dass es mehr an ihr liegt.
    Alternativ dazu kann es auch nur eine megamäßig durchgeplante (Werbe)Kampagne von Jimmy (oder beiden) sein. Mit dem Ziel am Ende zu sagen: Haha, war alles nur Spaß….

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