Computer-Virus zerstört deinen Ruf im Netz

Eine Foto aus dem Blog von Janet Aronica.Du glaubst du kennst alle Gefahren für deinen Ruf im Netz? Von unseren eigenen Spuren in Foren, Blogs und Social Networks bis zu Aussagen Dritter über uns rechnen wir mit allem. Doch wer hätte gedacht, dass ein Computer-Virus den Ruf einer Person zerstören kann? Ich jedenfalls nicht. Bis ich diese Geschichte von Janet Aronica las.

Janet Aronica ist ein aktive Teilnehmerin des Web2.0. Sie hat ein Blog und unterhält aktive Accounts bei flickr, LinkedIn, Twitter, tumblr und vielen anderen Diensten. Da Janet bald mit ihrem Studium fertig sein wird, hat sie im November 2008 ihren Namen gegoogelt um zu sehen welche Resultate ein Personaler über sie bei Google finden wird.

Zunächst fand sie die üblichen Resultate: Social Media Accounts, Zeitungsartikel aus ihrer Zeit als Journalistin, Resultate von Schwimmwettkämpfen und Laufzeiten. Zeichen eines aktiven, sportlichen Lebens, in dem sie schon viel erreicht hat. Nur das Resultat auf Platz 5 passte nicht ins Bild.

Was der Computer-Virus angerichtet hat

Jetzt müssen wir erstmal einen kleinen Sprung in die Vergangenheit wagen. Im Oktober 2008 hatte Janet sich einen Computer Virus eingefangen, welcher über ihre Universitäts E-Mail Adresse zehntausende von Spam E-Mails versendet und dafür Janets persönliche Daten missbraucht hat. Das Ergebnis sah in etwa so aus:

Hi, mein Name ist Mrs. Janet Aronica. Sie haben eine Quadrillion Dollar gewonnen. Bette senden sie mir ihre Kontodaten inklusive PIN zu, damit ich das Geld auf ihr Konto einzahlen kann.

Eine dieser E-Mails erreichte die Autorin Jane Green, welche darüber bloggte, dass eine verrückte Mrs. Janet Aronica versucht Leute abzuzocken. Und eben dieser Artikel erschien bei einer Googlesuche nach Janet Aronica auf Platz 5.

Janet hat unter dem Artikel einen Kommentar hinterlassen und die Geschichte erklärt:

Hi, mein Name ist Janet Aronica. Eine Mrs. Janet Aronica gibt es nicht. Ich hatte einen Virus in meinem E-Mail Account und darum haben sie diese E-Mail erhalten. Ich entschuldige mich für alle Unannehmlichkeiten, die ihnen dadurch verursacht wurden. Ich möchte mit ihren Bankdaten nichts zu tun haben aber wenn ich meinen Abschluss habe, möchte ich einen Job kriegen. Dieser Artikel lässt mich nicht sehr gut aussehen und ich möchte nicht, dass jeder Personaler, der meine Bewerbung in die Hände bekommt, meinen Namen googelt und dies ließt. Bitte löschen sie diesen Beitrag.

Übersetzung aus dem Englischen von mir. Für das Original siehe Google Yo Name.

Effektive Krisenkommunikation

Nach nur 15 Minuten erhielt Janet ein Entschuldigung und die Nachricht, dass der Artikel gelöscht wurde. Anschließend bekam sie noch ein Buch von Jane Green zugeschickt. Natürlich gibt es noch andere Seiten, die negativ über die Spammails mit Janets Namen berichtet haben, und sie ist immer noch damit beschäftigt die Betreiber der Seiten zu kontaktieren und die Geschichte richtig zu stellen aber die Top 10 bei Google bereinigt zu haben ist schon ein sehr großer Erfolg.

Janets Schlussfolgerung

Wie wichtig ist es, was andere  über uns denken? Wie wichtig ist unsere Online Reputation? Janet hat für sich einen Schluss gezogen, der für uns alle gilt:

Die Menschen, die mich gut kennen, wissen, dass diese E-Mails nicht von mir verschickt wurden. [...] Aber die Menschen, die mich gut kennen, sind nicht die Menschen, die über meine Bewerbung entscheiden werden.

Die Antwort auf die Frage, ob die eigene Online Reputation für jeden Menschen wichtig ist, lautet also ganz eindeutig: JA! Wenn es um Bewerbungen geht muss man sich gut verkaufen. Neben Referenzen, Kleidung und Verhalten ist heute die Online Reputation ein entscheidendes Kriterium. Also: Google deinen Namen!

22 thoughts on “Computer-Virus zerstört deinen Ruf im Netz

  1. Aktuell ist ein Artikel von antifraudintl.org in den (US) Google Top 10 für “Janet Aronica”. Der Betreiber hat sich geweigert, den Artikel (oder Janets Namen) zu löschen. Mit minimalstem SEO-Aufwand könnte man das korrigieren, mal schauen ob sie es schafft :D
    Schon krass, dass die Sache sie auch heute noch verfolgt. Da sieht man mal wieder, dass das Internet nicht vergisst.

  2. Hallo, ich finde das ist zwar sehr unangenehm aber ich denke da kann man heut zu tage nicht mehr viel machen! Bleibt nur die Hoffnung das wenn so ein Fall auftritt, die möglichkeit besteht die Sache auf zu klären…generell sollte man natürlich vorsichtig sein!

  3. Interessante Geschichte und ein schönes Beispiel für gelungenes Online Reputation Management. Was mich jetzt interessieren würde: was tut man z. B., wenn man einen Namensvetter hat, der im Internet einen Blog hat und dort fast ausschließlich irgendwelchen Nonsens veröffentlicht? Wie soll man sich davon distanzieren?

  4. Generell muss man sagen, dass es nicht so einfach ist eine Person im Internet zu identifizieren und konkrete Artikel auf diese Person zurück zu führen. Letzteres ist fast unmöglich. Dennoch gibt es genügend Quellen die eindeutig einer Person zugeordnet werden können, speziell diese angaben die die Person selbst gemacht hat. Letztere sind meist noch deutlich aufschlussreicher und tiefgründiger.
    Schaut doch mal bei StudiVZ nach, wer in welchen Gruppen ist. Ich denke das reicht schon um einen Menschen einzuschätzen.

  5. ..sich selbst googeln ist gar nicht schlecht.. auch personensuchmaschinen wie jasni verknüpfen einen auf pure vermutung mit inhalten aus dem web.. die ein namensvetter zu verantworten hatr…und das sieht dann bei google total blöd aus

  6. Der Fall ist wirklich interessant und auch schon einer der harten Fälle. Wer wirklich im Netz arbeiten will, muss auf seine Reputation achten. Andere haben da glaub ich eher weniger Probleme. Wenn ich jetzt irgendwo CNC-Dreher werden möchte, stöbert sicher keiner bei Google rum.

    Im Normalfall (behaupte ich jetzt mal), sagen die SERPs nicht mehr über einen aus, als das, was man wirklich selbst im Netz veröffentlicht. Doch man sollte sich dessen bewusst sein, dass jeder Eintrag in irgendeinem Gästebuch auf lange Zeit bestehen bleibt und man nicht weiß, was dann bei Google auf Platz 1 erscheint.

    Ich kenne auch einige Leute, die gar nicht im Netz auftauchen (obwohl sie unter 30 sind ;) )
    Ein kurze Suche nach dem eigenen Namen ist aber sicherlich nie verkehrt und keine Zeitverschwendung.

  7. so eine ähnliche email bekomme ich momentan auch dauernd, bloß da ist es irgendwer aus afrika, der unbedingt n paar millionen dollar loswerden muss.

  8. Das Internet steckt voller Gefahren für alle Beteiligten. Man sollte echt aufpassen und Firewall und Antivirenprogramme aktuell halten.
    Meiner Meinung nach sind wir alle gläserne User, da fast alle in Foren und Portalen angemeldet sind. Es stehen viele Informationen über uns im Netz.

  9. Traurig, wenn potentielle Arbeitgeber Bewerbern im Netz hinterhergooglen. Da bleibt also nichtmal mehr der Bereich unberührt, von Privatssphäre ganz zu schweigen. Dreist finde ich yasni.de, welche ungefragt alle möglichen Daten zu Personen speichert, die sie im Netz finden.

  10. Die Frage ist wirklich, wie stark die Personaler das ganze bewerten. Im Zweifelsfall dürfte eigentlich kein Artikel ernst genommen werden, wo kein entsprechendes Bild zu der betroffenen Person vorhanden ist, da sonst immer die Gefahr von Verwechslung besteht.

  11. Tja, zeigt mal wieder, dass man dem Netz nicht zu sehr trauen darf. Das müssen auch die Personaler lernen. Mein Name ist auch nicht so einzigartig wie ich früher dachte. Ein Namensvetter von mir (ein echter, kein Virus), schafft es ab und zu mit Uni-Veröffentlichungen in die News. Ist schon strange da den eigenen Namen zu lesen…

  12. Hey Hallo Malte, ich musste Deinen Beitrag verlinken, denn ich habe gleich mal bei Google mit meinem Namen recherchiert.
    Tatsächlich gibt es Einträge die schon sehr merkwürdig sind.
    So habe ich doch tatsächlich eine Doppelgängerin mit identischen Vornamen und Nachnamen. Mein Nachname ist total selten. Es gibt sogar einen Pressebericht mit meinem kompletten Namen und einem Bild. Auf dem Bild ist meine Namensvetterin. Das bin nicht ich. Ich bin völlig sprachlos. Auch habe ich Emailadressen mit meinem Vornamen und Nachnamen gefunden, die ich nicht kenne. Ich weiss noch gar nicht wie ich reagieren soll hmmm

  13. Auch wenn der Beitrag im Blog gelöscht wird kann er noch lange im Google Index verfügbar sein, oder als Cache Snapshot oder bei der Wayback Machine…. hilft ja nix, muss man durch. Eine unangenheme Nebenwirkung des modernen Mediums Internet und Email, würde ich da mal sagen.

  14. das ist, zumindest bei gabriele haubrock, kein virus der das angerichtet hat sondern die frau hat das tatsächlich selber geschrieben. die einträge in der golem-trollwiese begannen im november 08 und haben ende januar aufgehört.

  15. Bei golem.de im Forum habe ich vor kurzem bei einem Thema viele Mails bekommen, da jemand geantwortet hatte.
    Nun genauer betrachtet waren diese von einem zugegeben dummen bot. Dennoch wurde scheinbar ein Name erwähnt und dieser in den Dreck gezogen und zwar in mehreren Themen.
    Ich suche den Link nochmal raus.. dennoch sehr bedenklich sowas

  16. Pingback: „Fundbüro - Lesenswertes aus dem Netz“ auf karrierebibel.de – Jeden Tag mehr Erfolg!

  17. Hehe, das ist mir nichts neues. Ich habe shcon öfters Span-Mails von meiner eigenen E-mail Adresse und meinem Nickname erhalten… die Mailadresse ist über 5-6 Jahre alt und ohne global auto delete Spam Funktion würde das Postfach bestimt jeden Tag überquillen… ;-)

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