Immer mehr Arbeitgeber schnüffeln in sozialen Netzwerken
Geschrieben von Malte Landwehr in PrivacyLaut einer aktuellen Studie aus den USA prüft fast jeder zweite Arbeitgeber Kandidaten für einen Job in sozialen Netzwerken durch. Damit ist die Pflege der eigenen Profile im Internet mitlerweile ebenso wichtig, wie vernünftige Bewerbungsunterlagen und angemessenes Auftreten im Vorstellungsgespräch.
Im Juni 2009 befragte Harris Interactive im Auftrag von CareerBuilder.com 2.667 HR-Manager und kam zu folgenden Ergebnissen.
45 Prozent der Firmen schauen sich Bewerber in sozialen Netzwerken an. Das sind doppelt so viele wie im letzten Jahr. Weitere 11 Prozent planen, soziale Netzwerke in den Einstellungsprozess zu integrieren.
Wo wird gesucht?
- 29% Facebook
- 26% LinkedIn
- 21% MySpace
- 11% durchsuchen Blogs
- 7% folgen Kandidaten auf Twitter
Betrachtet man die Branchen gibt es ein klares Gefälle. Firmen, die mit Technologie oder sensiblen Informationen zu tun haben, sind deutlich aktiver. Spitzenreiter sind IT (63%) und B2B Dienstleister (53%),.
Warum wurden Kandidaten abgelehnt?
35% der Arbeitgeber haben in sozialen Netzwerken Inhalte gefunden, die dazu geführt haben, einen Kandidaten abzulehnen. Die Top-Gründe waren:
Der Kandidat hat…
- … provokative oder unpassende Fotos oder Informationen online gestellt. 53%
- … Inhalte online gestellt, die mit dem Konsum von Alkohol oder Drogen zu tun haben. 44%
- … schlecht über ehemalige Arbeitgeber, Kollegen oder Kunden gesprochen. 35%
- … schlechte kommunikative Fähigkeiten gezeigt. 29%
- … diskriminierende Kommentare hinterlassen. 26%
- … über Qualifikationen gelogen. 25%
- … interne Informationen aus früheren Jobs preisgegeben. 20%

Interessant ist auch folgendes: 14% aller Firmen haben einen Bewerber abgelehnt, weil er einen Smiley in einer Bewerbungsemail genutzt hat und 16%, weil er 1337-Speak wie GR8 (=great) verwendet hat. Gibt es nicht bei Google eine Richtlinie, die Smileys in E-Mails verbietet?
Warum wurden Kandidaten eingestellt?
Natürlich geht es auch andersherum. 18% der Arbeitgeber haben jemanden eingestellt, weil sie sich seine Profile im Internet angeschaut haben.
Der Kandidat…
- … hat ein Profil, das einen guten Eindruck seiner Persönlichkeit hinterlassen hat. 50%
- … hat ein Profil, das zu seinen professionellen Qualifikationen passt.
- … macht einen kreativen Eindruck. 38%
- … zeigt solide Kommunikationsfähigkeiten. 35%
- … hat einen rundum guten Eindruck gemacht. 33%
- … hat Referenzen von anderen Menschen. 19%
- … hat Awards und Auszeichnungen erhalten. 15%
Fazit
Besonders auffällig finde ich, dass die eigentliche Qualifikation weder auf positiver, noch auf negativer Seite die größte Rolle spielt. Vielmehr scheinen die Firmen soziale Netzwerke zu nutzen um einen Einblick in das Privatleben und die Persönlichkeit eines Kandidaten zu erhalten.
Quellen
- More Employers Use Social Networks to Check Out Applicants (New York Times)
- Forty-five Percent of Employers Use Social Networking Sites to Research Job Candidates (CareerBuilder)
- Smiley Detail (renaissancechambara, flickr)
Mister Wong
Del.ico.us
Malte Landwehr ist Unternehmer und Experte für SEO, Social Media, Blogs und Online Reputation Management. Außerdem studiert er Informatik an der WWU Münster.
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