Chad Johnson in seinem Bengals Trikot.

Chad Johnson in seinem Bengals Trikot.

Der NFL Spieler Chad Javon Ochocinco (der eigentlich Chad Johnson heißt und wegens seiner Trikotnummer 85 Chad Ocho Cinco genannt werden möchte) hat letzte Woche bekannt gegeben, dass er seinen Twitter Account wegen zu strenger Reglementierungen der NFL löschen wird.

Chad auf Twitter

Chad ist seit Mai 2009 auf Twitter und hat in dieser Zeit mehr als 150.000 Follower sammeln können, womit er zu den Top 500 Twitterati zählt. Viel Aufmerksamkeit konnte der Wide Receiver dadurch erregen, dass er nach einer Schulterverletzung des Spielers Tom Brady twitterte, mit diesem gesprochen zu haben und dass alles OK sei.

Noch brisanter war die Meldung über die Vertragsunterschrift des Spielers Andre Smith, welche erst einen Tag später offiziell bestätigt wurde.

Die Regeln der NFL

Auf diese brisanten Meldungen konnte der Bengals Spieler noch einen drauf setzen. Er kündigte an, auch während der Spiele Meldungen per Twitter abgeben zu wollen. Dieser Plan harmoniert jedoch gar nicht mit einer NFL Regel, die Spielern und deren Repräsentanten verbietet während der Spiele Informationen per Social Media ins Netz zu speisen.

Chads Reaktion

Die letzten Tweets des Accounts OGOchoCinco stammt vom 4. September:

Auf Grund der vielen NFL Regeln fällt es mir schwer Twitter zu genießen und ich werde meinen Accounts löschen.

Ich danke euch allen und liebe euch. Ich hoffe ihr habt es genossen, mich kennen zu lernen.

(Hinter)Gründe

Der Hauptgrund für Einschränkungen, die die NFL ihren Spielern auferlegt, liegt auf auf der Hand. Wenn Informationen direkt von den Spielern an die Fans kommen, dann werden die Medien (online wie offline) übergangen und diese sind nun mal auf die Reichweite angewiesen, die man über die Thematik Sport aufbauen kann.

Ich kenne natürlich die genauen Details des Disputs zwischen Chad und der NFL nicht und es ist gut möglich, dass die Regeln so gehalten sind, dass er seinen Account (mit gewissen, vernünftigen Einschränkungen) normal weiter führen könnte. Bedenklich finde ich diese Entwicklung wegen der zugrunde liegenden Denkweise der NFL-Verantwortlichen. Twitter und soziale Medien im Allgemeinen werden nicht als Chance sondern nur als Bürde erkannt.

Sport lebt, genau wie jede andere Unterhaltungsindustrie (Film, Musik, usw.) von seinen Stars. Schon durch TV-Auftritte und Interviews in Zeitschriften haben Fans eine Verbindung zu ihren Idolen aufgebaut. Dieser (einseitige) Kontakt könnte durch die Nutzung von Social Media noch deutlich intensiver und (teilweise) bidirektional werden. Die NFL hat also ein Werkzeug vor sich liegen, mit dem einzelne Spieler es schaffen könnten, ihre Fanmassen direkter zu erreichen und zu vergrößern. Dies würde sich langfristig auch in mehr Merchandise-Umsätzen niederschlagen. Und was macht man mit diesem Werkzeug? Man lässt es links liegen.

Die Statistiken des Twitter Accounts OGOchoCinco.

Die Statistiken des Twitter Accounts OGOchoCinco.

Quellen

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