Polizei identifiziert Fahrzeugführerin über Facebook

Die Meldung ist schon ein paar Tage alt, soll aber hier nicht unerwähnt bleiben: Letzte Woche machte bei Facebook und Google+ ein Schreiben der Polizei Hamburg die Runde, aus welchem hervorgeht, dass Facebook genutzt wurde um die Fahrzeugführerin zu identifizieren.

Ein Foto des Bescheids der Polizei.

Ein Foto des Bescheids der Polizei.

Was genau ist passiert?

Das Auto ist auf einen Mann zugelassen und das Foto der Verkehrsordnungswidrigkeit zeigt eine Frau. Der Halter wird aufgefordert die Fahrzeugführerin zu identifizieren und kommt dem nicht nach. Böse Zungen behaupten, dass so etwas in Deutschland öfters passiert. Zu vergessen an wen man das Auto verliehen hat ist ja auch kein Verbrechen. Mit Hilfe der auf dem Facebookprofil des Fahrzeughalters öffentlich zugänglichen Fotos haben die Beamten dann die Fahrzeugführerin als Ehefrau des Fahrzeughalters identifizieren können.

Und?

Während sich Öffentlichkeit und Medien über mangelnden Datenschutz und den angeblichen Überwachungsstaat Deutschland aufregen, stellen wir brav alle Informationen auf Facebook und nehmen so Polizei, Detektiven und Stalkern einen Teil ihrer Arbeit ab.

Wirklich überraschend ist es nicht, dass die Polizei auf diese Daten zurückgreift. Dem ein oder anderen mag es aber vielleicht zu denken geben.

Ich persönlich warte aktuell darauf, dass Check-Ins (sei es via Facebook oder 4Square) bei einem Prozess als Alibi oder Indiz verwendet werden.

Edit

Gerade den Hinweis von Viktor bekommen: Bei caschy gibt es ein größeres Bild des Schreibens.

Bildquelle: 1337core.de

5 thoughts on “Polizei identifiziert Fahrzeugführerin über Facebook

  1. Ich befürchte, dass in Zukunft solche Meldungen und Beiträge öfters zu lesen sind. Egal wie aktiv man als Facebook-Nutzer ist; den Datenschutz sollte man NIEMALS aus den Augen lassen!

  2. @superdarter: “Datenschutzproblem” ist ein weit gefasster Begriff. Facebook sammelt sicher sehr viele Daten für den internen Gebrauch, auch dann wenn Nutzer es nicht vermuten, nicht zuletzt um Werbeeinblendungen möglichst zielgenau steuern zu können. Hier ist Kritik meines Erachtens berechtigt.

    Was veröffentlicht und jedermann zugänglich gemacht, wird entscheidet aber immer noch der Nutzer. Facebook fördert den sorglosen Umgang mit Daten vielleicht durch wenig restriktive Grundeinstellungen, aber wenn ich ein Foto dort hochlade, muß ich damit rechnen, daß jeder Interessierte es auch sehen kann.

    Irgendwie auch etwas paradox, denn einerseits wird diskutiert inwieweit Cookies der Untergang des Abendlandes sind, andererseits stellen die Leute auf Plattformen wie Facebook ihr gesammtes Leben zur Schau.

  3. Zunächst habe ich mich erschrocken, als ich das Zitat gelesen habe. Man kann sich nun fragen ob Facebook ein Datenschutzproblem hat oder ob die Nutzer einfach zu leichtfertig mit ihren Angaben umgehen. Ich würde auf einen Mix aus Beidem tippen.

  4. Ich wollte das verhalten der Polizei auch in keiner Weise kritisieren. Wenn es um die Aufklärung von Straftaten, Delikten und Ordnungswidrigkeiten (sind das die korrekten juristisch Begriffe?) geht, sehe ich das mit dem Datenschutz eh nicht so eng.

  5. Die Polizei hat hier ganz sicher nur aus Geschwindigkeitsgründen Google zur Hilfe genommen und das Facebook-Profil zu Rate gezogen. Wenn man bei derartigen Delikten schweigt (man hat ja ohnehin Zeugnisverweigerungsrecht), dann ignoriert die Polizei den besonderen Schutz der Familie ohnehin und fordert die Fotos beim Einwohnermeldamt auch auf bloßen Verdacht an. Datenschutz interessiert die Leute halt nicht. So gesehen, hat die Polizei hier viel fairer gehandelt als beim Standardprozedere. Das ist also eigentlich sogar sehr ehrenwert.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>