Sparda-Bank kämpft mit Social Media Shitstorm

Sparda-Bank kämpft mit Social Media Shitstorm

Der Sparda-Bank West (oder einer von ihr beauftragten Agentur) ist ein mehr als peinlicher Fehler bei der Bewerbung ihrer Schwarzgelben Karte unterlaufen. Dafür müssen sie jetzt im Social Web einiges an Kritik einstecken, gehen jedoch in diesem Social Media Shitstorm meiner Meinung nach besten Weg.

Was ist passiert?

Am Samstag hat der BVB den 1. FC Köln im Westfalenstadion Signal Iduna Park empfangen. Zu diesem Anlass hat die Sparda-Bank im Dortmunder Stadionmagazin “Echt” folgende Werbeanzeige für das Produkt Schwarzgelbe Karte geschaltet.

Die Werbeanzeige für die Schwarzgelbe Karte der Sparda-Bank im Stadionmagazin von Borussia Dortmund.

Die Werbeanzeige für die Schwarzgelbe Karte der Sparda-Bank im Stadionmagazin von Borussia Dortmund.

Auf den ersten Blick handelt es sich um eine Horde BVB-Fans, mit einem Vorsänger in der Mitte.

Der junge Mann mit dem Megafon scheint ein BVB-Vorsänger zu sein.

Der junge Mann mit dem Megafon scheint ein BVB-Vorsänger zu sein.

Doch wenn man mal an das Megafon heranzoomt wird folgender Aufkleber sichtbar:

Ein Aufkleber der Ultras Gelsenkirchen.

Ein Aufkleber der Ultras Gelsenkirchen.

Wie man deutlich erkannt handelt es sich um ein Mikrofon der Ultras Gelsenkirchen. Wir betrachten hier also ganz offensichtlich ein bearbeitetes Foto, welches ursprünglich Fans des FC Schalke 04 gezeigt hat, die kurzerhand mit Hilfe einer Bildbearbeitungssoftware mit ein paar BVB-Logos überzogen wurden. Fans eines anderen Vereins als Grundlage für ein solches Foto zu nehmen ist ein Fehler, da man an Authentizität einbüßt; keine Frage. Aber Fans des absoluten Erzrivalen zu nehmen ist einfach nur dumm. Und wenn man es dann auch noch versäumt einen verräterischen Aufkleber zu entfernen, kann man direkt nach Hause gehen.

Wie haben die BVB Fans reagiert?

Wenig überrascht ist die Sache aufgeflogen, was zu einigen Wutausbrüchen auf Twitter und Facebook, sowie Artikeln auf nicht unbekannten Blogs (Urheber und Rechteinhaber einiger in diesem Beitrag verwendeten Fotos) und auch zu Berichten in klassischen Medien geführt hat (Die Online Ausgabe von Werben&Verkaufen ist für mich ein klassisches Medium).

Hier einige Zitate von Fans:

Chris B:
Für mich und ich denke für viele weitere Fans des BVB hat sich Ihr Unternehmen disqualifiziert. Ich werde absofort keine weiteren Leistungen der Sparda-Bank in Anspruch nehmen und fordere alle BVB Fans auf dies auch zu tun.

Markus H:
Bitte wie kann man in einer Mitgliederzeitschrift des zu sponsorenden Vereins (BVB) eine Anzeige schalten… Auf der ein junger Mann mit Dortmund Pullover steht… ein Megaphon in der Hand hält… Auf dem “Ultras Gelsenkirchen” steht…! SCHEISS KOMMERZIALISIERUNG!!!

Felix G:
ihr seit schon verdammt peinlich …

Anonym:
Ich nenne sowas ein Skandal!!! Von wegen BvB Sponsor!

Einen Screenshot in der Auflösung 742*3344 vom 25.10.2011 der Facebookwall der Sparda Bank habe ich hier hinterlegt.

Wie hat die Sparda-Bank reagiert?

Die Sparda-Bank hat u.a. dieses Statement auf ihrer Facebook Wall veröffentlicht. Außerdem waren sie so fair, kritische Beiträge stehen zu lassen und haben sie nicht einfach rigoros gelöscht, wie dies bei anderen Shitstorms beobachtet werden konnte.

Liebe BVB Fans,
vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Natürlich haben Sie mit Ihren Anmerkungen recht. Wir versprechen zukünftig unsere Bildauswahl noch genauer und sorgfältiger zu prüfen.

Auch auf diese Aussage haben einige Fans natürlich mit negativen Äußerungen reagiert aber komplett unterbinden kann man das natürlich nicht. Die Wut ist da und muss irgendwo hin.

Welche Learnings kann man aus der Aktion ziehen?

Hier der TL;DR Teil für alle Social Media Verantwortlichen, die im Shitstorm nicht kentern wollen:

  1. Werbematerial immer von jemandem prüfen lassen, der sich mit der Materie auskennt.
  2. Kritik nicht löschen, sondern lesen und verstehen.
  3. Zu Fehlern stehen und sie nicht vertuschen.
  4. Eine individuelle Startseite für die Facebook-Seite verwenden, so dass Nicht-Fans nicht sofort auf der (voller Kritik steckenden) Wall landen.

14 thoughts on “Sparda-Bank kämpft mit Social Media Shitstorm

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  2. Pingback: Wie Reaktionen dämpfend oder fördernd auf Shitstorms wirken. | Primus Inter Pares

  3. Nun ja, ein dummes Ding. Für die Anhänger von Dortmund wohl aber ein Mega Gau. Man sollte meinen die verantwortlichen Marketing Menschen bei der Sparda arbeiten etwas oberflächlich. Heute aber schon wieder ein Shitstorm den sich die Damen und Herren von der Sparda Bank mit einem, nun ja, peinlichen Azubi Video geleistet haben. Man lernt anscheinend nicht wie schnell in den sozialen Netzwerken der Schuss nach hinten losgehen kann und in dem aktuellen Fall hat es bei Youtube ordentlich geknallt.

    http://www.produktreporter.com/sparda-bank-video-pleite/

  4. Pingback: Im Mittelpunkt – wie das Internet Kundenmeinungen zu einem wichtigen Unternehmensaspekt werden lässt | Global Fusion

  5. Welche Learnings ziehe ich aus dem Learning-Schluss: Dass das Wort “Learnin” ziemlich bescheuert klingt. Ist es dem Autor zu peinlich “Lehren” zu schreiben oder “Konsequenz” zu nutzen?

    Macht Euch doch einach weiter zum Sprachdeppen.

    Jetzt bin ich mal gespannt, ob ihr diesen Kommentar zum Thema “Kritikäußerung” im Internet ernst nehmt – insbesondere Punkt 2.

  6. Pingback: Shitstorms 2011: Die größten Aufreger des Jahres » t3n News

  7. @Maik: Absolut, wobei ich bezweifle, daß sich das überhaupt jemand in der Agentur so genau angesehen hat oder sogar gewußt hätte was Ultras sind. Die haben ein Foto eingekauft auf dem das Motiv als Ganzes passt, Farben anpassen, Logo drauf, fertig. Was nicht passt, wird passend gemacht, bloß keine unnötigen Kosten.

    Derartiges Vorgehen dürfte bei vielen klassischen Werbeagenturen eher die Regel als die Ausnahme sein. Die Kunden drücken die Preise, die Agenturen drücken die Kosten und dann passiert sowas. Keine Entschuldigung, aber sicher auch kein Einzelfall.

  8. Pingback: Sparda-Bank Versehen oder Absicht - Bucket - Bucket

  9. Da waren in der Marketingabteilung wieder mal welche am Werk, die vom Fußball keine Ahnung haben bzw. auch von ihrem Job ned.
    -> sowas kommt zwar immer wieder auch bei großen Firmen vor und hat aber auch einen gewissen Werbeeffekt.
    “Schlechte” Presse ist immer besser, als keine Presse.

  10. Der Versuch an die Menschen als gleichberechtige Partner zu appelieren geht für Firmen doch fast immer schief. Der Konsument weiß sehr genau, was real und was Quatsch ist.

  11. Das ist nun mal richtig dumm gelaufen. Auf dem Megaphon hätte man aber alleine schon wegen des Wortes ULTRAS irgendwie selbst als Agentur mißtrauisch werden müssen….

  12. Wieder mal ein toller Artikel – danke. Genau so eine Welle ist der Grund, warum viele Banken einfach keine Lust auf Social Media haben – klar ist in diesem Fall die auszuführende Agentur schuld – so etwas darf einfach nicht passieren. Grundsätzlich finde ich Banken und Social Media schon eine gute Sache – nur solche billigen Tricks und Täuschungsmanöver muss man einfach sein lassen, dann funktioniert es auch. Also nicht abschrecken lassen – es gibt auch sehr viele positive Beispiele von anderen Unternehmen – also dran bleiben.

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